So ging das Teil ab:

Nach der Unterweisung, bin ich gaaanz ehrfürchtig in den Boliden einegstiegen und hab mich dabei schon mit einem ungeschickten Hineinplumpsen blamiert. Nach ca. zwei Kilometern hatte ich mich auch an die Automatik gewöhnt und schaltete das Getriebe auf manuel um. Jetzt versuchte ich mich, schumimäßig, an der Tiptronic. Schnell habe ich herausgefunden, das ich nicht hochschalten muß, weil das die Automatik bei exact 7000 U/min, wenn die Hunde am lautesten bellen und der Turbolader wie ein Starfighter (die älteren unter Euch, werden dieses Flugzeug noch kennen) pfeift, selber macht. Das Rezept zum optimalen Schalten war, laß die Karre hochschalten, und wenn es kurvig wird, schalte immer sofort nach dem automatischem Hochschalten, am Lenkrad wieder runter. Das gibt Spaß in den Kurven.

Nachdem wir, Angela und ich, die Stadttore von München hinter uns gelassen haben, wollte ich auf der Autobahn, Richtung Salzburg, sehen, wie schnell das Ding geht. Ich macht immer wieder den Versuch, die Fuhre auf Höchstgeschwindigkeit zu bringen, aber spätestens bei 260 km/h, war wieder ein Bremstest angesagt, weil wieder ein anderes Fahrzeug vor mir ausgeschert ist. Die ersten dreimal ärgerte ich mich furchtbar darüber, beruhigte mich aber nach folgender Rechnung schnell wieder. Ich mit Porsche auf Autobahn, 260 km/h MINUUS normaler Autofahrer auf Autobahn, ca. 120 - 160 km/h = Geschwindigkeitsdiffernz ca. 100 - 140 km/h. Ergebnis: Durchschnittsautobahnfahrer kann das schlecht abschätzen. (Das ist keine Schimpfe. Ich, als damals Opel Astra Fahrer, kann das verstehen. Ich schaue zwar auf der Autobahn viel in den Rückspiegel, aber diese Geschwindigkeitsunterschiede sind oft schwer einzuschätzen)
Hierbei kann ich nur die Bremsen des Porsche loben, den die Verzögerung ist noch brachialer, als die Beschleunigung.

Beschleunigung, das ist so ein halber Kritikpunkt. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h beträgt beim Porsche 6,5 Sekunden. Dies ist natürlich ein katastrophal schlechter Wert, ist aber auf das Automatikgetriebe zurückzuführen. Was aber viel interessanter ist,ist der Durchzug, wenn der Motor den 5000'er Drehzahlbereich überschritten hat. Ab 5000 U/min, schießt die Flunder ab wie eine Rakete und ich war frustriert, weil dieser Durchzug, gewaltiger war wie bei meiner TDM. O,K., die TDM ist nciht das Maß aller Dinge, aber bis zum Porscheerlebnis, war ich der Meinung, das so ein Porsche keine Chance gegen mich hat, zumal ich ja schon einige abgeledert hate. (Angeber)

So nachdem ich mir Klar geworden bin, daß ich den Highspeed, auf unseren Highways nicht ohne braungestreifte Unterhosen erfahren konnte, habe ich mich auf das wesentliche, daß Kurvenheizen, konzentriert und bin von der Autobahn runter und Richtung Sudelfeld gefahren. Zum Glück, war ich unter der Woche unterwegs und das Sudelfeld war nicht verstopft von Sonntagsbikern und Dosen aller Art. Somit konnte ich es richtig krachen lassen Ich habe also ersteinmal die obligatorische Steckenerkundung bei mäßigem Tempo gemacht und bin dann die Strecke achtmal hin- und hergeheizt. Es war wirklich super, gerade in den engen Kurven, hat kein Motorrad ein Chance gegen diese Auto. Einzig in den Beschleunigungsstücken dazwischen, haben die Motorräder, wegen der trägen Porschautomatik, Vorteile. Schnelle Kurven meistert der Porsche, dank PSM, auch fast leichter als ein Moped.

Was mich noch rechtbeeindruckt hat, waren die Reifen. Ich bin es ja, von meinem Moped gewohnt, das Reifen ziehmlich warm werden, aber beim Porsche waren sie so heiß, das ich sie kaum berühren konnte.

Nach dem Sudelfeld, ging es dann recht langweilig in Ösireich weiter, Richtung Königssee. Da haben wir dann kurz Pause gemacht, bevor wir uns die Rossfeld Ringstrasse gegeben haben. Hier habe ich dann, trotz PSM, die Hinterreifen einaml kurz zum Durchdrehen gebracht. Am Aussichtsparkplatz haben wir dann nach dreimal, hin- und herfahren, Pause gemacht.

Unser nächstes Ziel war das Hotel, 'Weißes Rössel', am Wolfgangssee. Hier habe ich vorab die Übernachtung gebucht, aber meiner Angela das noch nicht verraten. Den Weg dorthin, habe ich wie beim Mopedfahren, ca. nach Augenaß gewählt. Und ich hatte Glück, den es waren Megakurvenstrecken. An dieser Stelle muß ich meine Angela loben, sie hat kein einziges mal gemault, obwohl ich gefahren bin ,wie Sau. Das ist jetzt kein Schmäh, aber auf dieser Strecke hab ich, als Fahrer, eine Pause gebraucht, weil es mir schön langsam schlecht geworden ist. (Angela war es auch recht flau im Magen, aber sie traute sich nichts sagen, weil ich ihr vor dem Tripp gesagt hatte, ich tausche sie unterwegs gegen zwei, Zwanzigjährihe ein, wenn sie über meinen Fahrstil motzt.)

Und dann kam der große Auftritt in St. Wolfgang. Wir kamen erst um ca. 18:00 Uhr an. Zu diesem Zeitpunkt war St. Wolfgang schon wegen eines Straßenfestes gesperrt. Nachdem wir dem Schandarmen erklärt hatten, das wir ins 'Weße Rössl' müßen, hatte er Verständnis und lies uns durch die Menschenmenge fahren. Was soll ich sagen, es war ein Genuß. Ich schärfte Angela noch ein daß sie ja nicht grinsen soll, sondern ganz cool schauen muß, als würde sie jeden Tag im Porsche sitzen. Das machte sie auch, aber mir hätte man das Grinsen wahrscheinlich nicht aus dem Gesicht wegoperieren können.

Noch ein Wort zum Hotel. Ich bin begeistert. Ich hatte eigentlich Angst, das es dort recht überzogen und gestelzt zugeht. Ist nicht der Fall. Man fühlt sich in entspannter Atmosphäre einfach wohl. Die Exclusivität des Hotels ist eher dezent. Beim Früstück kümmern sich ca. 15 Leute, sehr dezent, um das Wohl der Gäste. Wenn Ihr Euch einmal etwas gutes tun wollt, kann ich es Euch nur empfhelen. Für das Doppelzimmer habe ich 90,-- EUR bezahlt. Der Preis ist für die erhaltene Leistung, sehr gut. Hier ein Link dazu: Romantikhotel 'Im weissen Rössl'

Zurück ging es dann wieder über, keine Ahnung, einfach der Nase nach und dann über Waging am See, wo wir dann zum krönenden Abschluß im Kurhausstüberl bei Alfons Schubeck gegessen haben. Wer gerne gut ißt, und vielleicht seinen Schatz einmal gerne zu einem guten romantischen Essen einladen möchte, ist hier sehr gut bedient. Das Neungängemenü, schlägt mit ca. 60,--EUR. zu Buche, beschert einem aber ca. drei Stunden Gaumen und Seelenschmaus. (Ich bekomme keine Prozente)

Fazit:


Porschefahren ist anders als Motorrafahren. Aber auf seine weise genauso berauschend. Ich habe mich wahnsinnig über das Geschenk gefreut, bin aber irgendwie froh, als ich den Boliden nach zwei Tagen wieder abgegeben hatte, weil ich mir sicher bin, wenn ich den länger fahren würde, hätte ich meinen Fürerschein bestimmt nicht mehr lange. (Puh, das war ein langer, anstrengender Satz)

Vielen Dank noch einmal an Angela und meine Freunde (Zu denen bin ich jetzt natürlich, an deren Geburtstagen, nicht mehr (ganz so) gemein bin, ...vielleicht.)